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Projekte

Jugendämter kompetent inklusiv (Jakomi) #

Förderzeitraum

01.04.2026–31.03.2027

Finanzierung

BMBFSFJ, Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP)

Team #

  • Dr. Thomas Meysen (SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies gGmbH), Projektleitung
  • Prof.in Dr.in Ulrike Urban-Stahl (Freie Universität Berlin), Projektleitung
  • Prof. Dr. Benedikt Hopmann (Universität Siegen), Projektleitung
  • Dr. des. Julia Tierbach (Universität Siegen), Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in
  • Sarah Molter (SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies gGmbH), Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in
  • Anja Borchert (SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies gGmbH), Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in

Projektbeschreibung #

Das Projekt Jakomi unterstützt Jugendämter bei der Vorbereitung auf die inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung professionellen Handelns für die Prüfung und Erfüllung von Rechtsansprüchen junger Menschen mit Behinderungen im Kontext der Gesamtzuständigkeit. Bisher prozessieren Jugend- und Sozialämter die Bedarfe junger Menschen sehr unterschiedlich, mit divergierenden Logiken und Verfahrensabläufen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, zwei Perspektiven zu integrieren: einerseits den personenzentrierten Blick der Eingliederungshilfe, der auf Beeinträchtigungen und Teilhabebarrieren fokussiert, und andererseits den familiensystemischen Blick der Kinder- und Jugendhilfe, der kind- und familienbezogene Bedarfslagen berücksichtigt. Jugendämter stehen vor der anspruchsvollen Aufgabe, beide Blickrichtungen zu balancieren: junge Menschen ganzheitlich wahrzunehmen ohne Reduzierung auf ihre Beeinträchtigungen, und gleichzeitig das gesamte Familiensystem unterstützend zu begleiten ohne defizitorientierte Infragestellung der elterlichen Erziehung.
Das Projekt widmet sich der Frage, ob, wann und wie bislang die familiensystemische Perspektive in die Hilfe- und Gesamtplanung integriert wird. Dabei werden drei Schwerpunkte untersucht: die Bedarfsbestimmung, die Beteiligungsoptionen sowie das Wechselspiel zwischen rechtlichen Vorgaben und konkreter Praxis. Konkret geht es darum zu erfassen, welches Erleben Eltern von der Hilfe- und Gesamtplanung haben, welche Bedarfe aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommen werden und welche Stolpersteine und Gelingensfaktoren bei der Einbeziehung der familiensystemischen Perspektive existieren.
Methodisch setzt das Projekt auf einen Mixed Methods-Ansatz mit vier Bausteinen. Zunächst erfolgen zwei Gruppendiskussionen mit Eltern von Kindern mit Behinderungen zur thematischen Sondierung. Diese werden ergänzt durch fünf Einzelinterviews mit sowohl Eltern als auch Kindern mit Behinderungen. Darauf aufbauend wird in Kooperation mit dem Kindernetzwerk e.V. eine bundesweite quantitative Fragebogenerhebung bei Eltern durchgeführt. Parallel werden zwei Fokusgruppengespräche mit Fachkräften aus drei verschiedenen Organisationstypen der Sozialleistungsträger (Leistungen nach § 35a SGB VIII im ASD, Leistungen der Eingliederungshilfe nach SGB VIII sowie SGB IX durch spezialisierte Dienste, Leistungen nach SGB IX im Sozialamt) durchgeführt mit Fokus auf deren aktuelle Praxis sowie zur Reflexion der Ergebnisse aus der Elternbefragung. Abschließend findet ein Validierungsworkshop statt zu den vorläufigen Ergebnissen mit Eltern von Kindern mit Behinderungen. Bei der Teilnehmendenauswahl wird auf regionale Streuung und Vielfalt der behinderungsbedingten Bedarfe geachtet.
Auf Grundlage der empirischen Erkenntnisse werden Gelingensfaktoren für eine beteiligungsorientierte, Selbstbestimmung stärkende Hilfeplanung im Kontext von Behinderungen beschrieben. Die Forschungsergebnisse werden in einem Abschlussbericht der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse werden zudem in einschlägigen Fachzeitschriften für Praxis und Wissenschaft publiziert.